Ab dem 1. Januar 2016 macht die Energieeinsparverordnung (EnEV) strengere Vorgaben für Immobilien. So werden die Anforderungen an den Jahresprimärenergiebedarf von Neubauten um 25 Prozent verschärft und der Transmissionswärmeverlust um 20 Prozent gesenkt. In Verbindung mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) lassen sich diese Ansprüche aber nicht mehr ohne Weiteres alleine über Maßnahmen an der Gebäudehülle, wie eine verbesserte Wärmedämmung, erfüllen. Das EEWärmeG soll – ergänzend zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (Strom) – den Ausbau regenerativer Energien im Wärme- und Kältesektor von Gebäuden vorantreiben.

Große Energie- und CO2-Einsparpotentiale, um Nachhaltigkeit zu erreichen, stellen die Dämmung, die Stromnutzung und die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) dar. Letztere macht mehr als 90 Prozent Wirkungsgrad eines Energieträgers als Strom- und Wärme vor Ort nutzbar.

Auf dem Weg vom Passiv- zum Aktiv-Haus

Der weitgehend bauphysikalisch begründete Passivhaus-Standard legt in seiner klassischen Definition unter anderem einen Heizwärmebedarf von nicht mehr als 15 kWh/(m²a) und einen Primärenergiebedarf inklusive Beleuchtung, Belüftung, Haushaltsstrom und Hilfsstrom von nicht mehr als 120 kWh/(m²a) fest. Mit seiner wärmebrückenfreien Konstruktion und seiner hohen Luftdichtheit stellt ein Passivhaus aktuell ein Optimum des wärmeeffizienten Bauens dar. Der Strom- übersteigt den Heizwärmebedarf hier deutlich, so dass dieser stärker in den Fokus des energieoptimierten Planens und Sanierens rückt. Photovoltaik (PV) in Kombination mit Wärmepumpen avanciert so zu einem vielversprechenden Anlagenkonzept.

Beim Einsatz von PV in Kombination mit Wärmepumpen können Nutzer einen erheblichen Teil ihres Strombedarfs selbst decken. Besonders effizient und effektiv wird das System, wenn Stromerzeugung, -speicherung, ein intelligentes Management des Energieflusses im Haus und die Kommunikation mit einem intelligenten öffentlichen Netz, dem Smart Grid, zusammen spielen. Auch bivalente Anlagen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einem Spitzenlast-Gas-Kessel bieten beispielsweise eine Möglichkeit, die geringe Energiekosten und die Erfüllung aller gesetzlichen Vorgaben mit sich bringt. Die Kombination mit einer Wärmepumpe macht die gleichzeitige Gewinnung von Strom und Wärme vor Ort nämlich besonders attraktiv: Hauseigentümer erfüllen so die EnEV-Anforderungen 2016, haben bis zu 50 Prozent weniger Heizenergiekosten und stoßen kein CO2 aus. Der Einsatz einer Wärmepumpe ist in jedem Gebäude möglich.

Individuelle Energieeffizienz-Lösungen gefragt

Die Novellierung der EnEV in 2014 ist ein weiterer Schritt, um ab 2021 ausschließlich Gebäude zu errichten, die faktisch keine Energie verbrauchen („Niedrigstenergiegebäude“). Für öffentliche Bauten soll dies bereits ab 2019 der Fall sein. Die stetig strengeren rechtlichen Vorgaben machen die Aufgabe eines ganzheitlich denkenden Planers immer wichtiger. Hier ist derjenige im Vorteil, der einen umfassenden Überblick über alle Lösungen hat und diese kundenspezifisch prüfen und umsetzen kann. Solche Experten sind hier zu finden.

 
 
Bettina Gehbauer-Schumacher

Bettina Gehbauer-Schumacher

1973 in Darmstadt geboren. Architekturstudium an der TU Darmstadt, Diplom 2001. Berufsbegleitendes Fernstudium PR+plus, 2004 Abschluss als PR-Beraterin (DPRG). Ab 2001 kontinuierlich in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig, seit 2006 freie Journalistin, Autorin und Leiterin des Büros „Smart Skript – Fachkommunikation für Architektur und Energie“: Konzepte, Redaktion, Veranstaltungen.

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