Bereits einfache Maßnahmen senken die Energiekosten in Unternehmen. Dies kann beispielsweise der Umstieg auf energieeffiziente LED-Beleuchtung sein. Aber viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) tun sich schwer, wenn es in der Praxis um das Energiesparen geht. Deshalb gibt es das „Energiesparkonto für Unternehmen“.

Die vom Bundesumweltministerium geförderte Software hilft Klein- und Kleinstunternehmen als auch mittleren Unternehmen mit einer Größe bis zu 250 Mitarbeitern ab sofort, Sparpotenziale zu erkennen und Energiekosten zu senken. Denn mit der Energiemanagement-Software können Unternehmen ihre Energiedaten kostenlos online verwalten – vom Strom und der Heizenergie bis zum Fuhrpark und dem Wasser.

Konto für Transparenz bei der Energieeffizienz

Die gemeinnützige co2online GmbH hat das Konto entwickelt. Ziel ist, Unternehmen möglichst unbürokratisch und schnell dabei zu unterstützen, Energie einzusparen. Dafür zeigt das Energiesparkonto zuerst, in welchen Bereichen ein Unternehmen wie viel Energie verbraucht. Die dahinter stehenden, komplexen Zusammenhänge werden in Grafiken anschaulich aufbereitet, so dass Unternehmer leicht erkennen können, wo sie effektiv sparen können. Darüber hinaus lassen sich mit der Online-Software Zielwerte für den Energieverbrauch festlegen. Auch können die Mitarbeiter tagesaktuell über Sparerfolge informiert werden. So soll die Motivation zum Sparen steigen und Energiekosten gesenkt werden.

Durch das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) sind alle größeren Unternehmen verpflichtet, die Durchführung von regelmäßigen, systematischen Untersuchung ihrer Energieflüsse und Energieeffizienz nachzuweisen. Im Gegensatz dazu kennen viele Klein- und Mittelständler häufig ihren Strom- und Wärmeverbrauch nicht richtig. Das Monitoring im Rahmen des Energiesparkontos ist für sie ein erster Schritt, um mit dem Energiesparen zu beginnen und ihre Energiekosten zu senken. Das Konto erfüllt die Standards der EN 16247, einer europäischen Norm zu Anforderungen an qualitativ gute Energieaudits. Damit genügt es als Nachweis, wenn Unternehmen einen Antrag auf Stromsteuerentlastung stellen wollen.

Nachweislich mehr Energieeffizienz

Durch den Einsatz des Energiesparkontos wird Unternehmen deutlich, dass bereits im Kleinen Energie gespart werden kann. Wie Beispiele zeigen, überzeugt dies auch die Mitarbeiter, im Arbeitsalltag mehr auf den Energieverbrauch zu achten. Denn mit dem Energiesparkonto lässt sich der Verbrauch kontrollieren, so dass bisher unentdeckte „Energiefresser“ gefunden werden und eine monatliche Wirksamkeitskontrolle ermöglicht wird. Ein konsequentes Energiemanagement kann den Energiebedarf und damit verbundene Kosten deutlich verringern. Es leistet zudem einen Beitrag zur Nachhaltigkeit, zum Umwelt- und Klimaschutz: Derzeit verbraucht die mittelständische Wirtschaft in Deutschland so viel Energie wie ganz Nordrhein-Westfalen – laut einer Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums könnte sie jährlich bis zu eine Milliarde Euro Energiekosten einsparen.

 
 
Bettina Gehbauer-Schumacher

Bettina Gehbauer-Schumacher

1973 in Darmstadt geboren. Architekturstudium an der TU Darmstadt, Diplom 2001. Berufsbegleitendes Fernstudium PR+plus, 2004 Abschluss als PR-Beraterin (DPRG). Ab 2001 kontinuierlich in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig, seit 2006 freie Journalistin, Autorin und Leiterin des Büros „Smart Skript – Fachkommunikation für Architektur und Energie“: Konzepte, Redaktion, Veranstaltungen.

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