
Ob junge, innovative Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen erfolgreich zum Zuge kommen, hängt maßgeblich von ihrer Ausgestaltung ab. Laut einer Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit 4.260 untersuchten Start-ups gab es deutlich mehr Bewerbungen und Zuschläge, wenn neben dem Preis auch qualitative, ökologische oder innovative Kriterien einflossen. Reine Preiswettbewerbe zeigten hingegen keinen positiven Effekt auf die Beteiligung junger Unternehmen.
Wie gut junge Unternehmen den Weg in den öffentlichen Sektor finden, ist Gegenstand einer aktuellen Untersuchung des ZEW Mannheim. In die Auswertung flossen 4.260 Unternehmen ein, die maximal sieben Jahre alt waren.
Die Kernzahlen der Studie im Überblick:
- 16,3 Prozent der befragten Start-ups hatten sich seit ihrer Gründung bereits einmal um öffentliche Aufträge beworben.
- 10,4 Prozent waren erfolgreich und erhielten mindestens einen Zuschlag.
Warum Qualitäts- und Innovationskriterien den Unterschied machen
Die Untersuchung verdeutlicht, dass rein preisorientierte Vergabeverfahren für Start-ups oft unattraktiv oder schwerer zu gewinnen sind. Fließen hingegen zusätzliche Qualitäts-, Umwelt- oder Innovationskriterien ein, steigt die Beteiligungs- und Erfolgsquote spürbar.
Das ZEW empfiehlt in seiner Pressemitteilung daher: „Wer innovative junge Unternehmen besser erreichen will, sollte Kriterien und Nachweisformate so gestalten, dass unterschiedliche Innovationsformen wie Produkt- oder Prozessinnovationen erkennbar werden.“
Praxistipp für öffentliche Auftraggeber
Start-ups einbinden: Öffentliche Vergabestellen, die gezielt innovative Lösungen suchen, sollten in den Vergabeunterlagen weniger auf reine Billigpreise setzen und stattdessen qualitative sowie ökologische Aspekte stärker gewichten.
Kurzes Fazit
Die ZEW-Studie beweist, dass kriterienbasierte Ausschreibungen der Schlüssel sind, um das Potenzial von Start-ups im öffentlichen Beschaffungswesen besser zu nutzen.
FAQ
Was untersucht die ZEW-Studie zu Start-ups und Ausschreibungen?
Das ZEW Mannheim hat untersucht, bei welchen öffentlichen Ausschreibungen Start-ups in welcher Weise eine Rolle spielen und welche Faktoren über Bewerbungen und Zuschläge entscheiden.
Wie hoch ist die Bewerbungs- und Erfolgsquote von Start-ups bei Aufträgen?
Laut der Untersuchung haben sich 16,3 Prozent der befragten Unternehmen (maximal sieben Jahre alt) seit ihrer Gründung einmal um Aufträge beworben, und 10,4 Prozent erhielten mindestens einen Zuschlag.
Welchen Einfluss haben reine Preis-Ausschreibungen auf Start-ups?
Wenn bei einer Ausschreibung lediglich der Preis eine Rolle spielt, hat das laut der Studie keinen positiven Effekt auf die Beteiligung oder den Erfolg von jungen Unternehmen.
Quellen:


