Unternehmen können die Anforderungen des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G), also den Nachweis über die Durchführung systematischer Untersuchungen ihrer Energieflüsse bis zum 5. Dezember 2015, entweder alleine oder in Netzwerken angehen. Auch durch sie dokumentieren Betriebe, an ihrer Nachhaltigkeit zu arbeiten und erfüllen so wesentliche Teile der EDL-G-Kriterien – über den oben genannten Stichtag hinaus. Ergebnisse des Projekts „30 Pilot-Netzwerke“ zeigen, dass Unternehmen im Verbund eine durchschnittlich doppelt so schnelle Energieeffizienzsteigerung wie nicht vernetzten Firmen gelingt.

Lernendes Energieeffizienz-Netzwerk (LEEN)

In einem LEEN-Verbund arbeiten zehn bis 15 Unternehmen gemeinsam daran, ihre Energieeffizienz zu verbessern und CO2-Emissionen zu reduzieren. Wesentliche Ansatzpunkte für Verbesserungen sind dabei die förderfähigen Querschnittstechnologien wie Wärme- und Kälteerzeugung. Die durch realisierte Maßnahmen eingesparten Kosten sollen sämtliche, zunächst hierfür entstandenen Ausgaben decken. Aufbauend auf einer ausführlichen energetischen Bewertung der einzelnen Betriebe durch einen qualifizierten Energieberater legen die Teilnehmer und das Netzwerk individuelle und gemeinsame Minderungsziele für eine Laufzeit von drei bis vier Jahren fest. Ein jährliches Monitoring erfasst den Grad der Zielerreichung. Dies bedeutet auch abgesicherte Ergebnisse für Berichtspflichten gemäß DIN EN 16247 oder ISO 50001. Sie können zudem für die Außendarstellung und für Anträge, zum Beispiel zum Spitzenausgleich, genutzt werden.

Neben der Beratung sind regelmäßig stattfindende, moderierte Netzwerktreffen und ein intensiver Erfahrungsaustausch Schwerpunkte der Zusammenarbeit. Das Projekt „LEEN 100“  konzentriert sich dabei auf die Möglichkeiten größerer Betriebe mit mehr als 500.000 Euro Energiekosten pro Jahr. LEEN „Mari:e“ kümmert sich um die Einsparpotentiale von kleinen und mittleren Unternehmen. Hier gibt es eine Übersicht dazu. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fördert 40 neue Klimaschutznetzwerke: Die ersten zehn profitieren von einer Anteilsvergütung von bis zu 4.000 Euro je Betrieb für ihre energetische Bewertung. Nähere Informationen unter: www.30pilot-netzwerke.de.

Initiative Energieeffizienz-Netzwerke und Fazit

Darüber hinaus will die Bundesregierung – zusammen mit den Spitzenverbänden BDI, DIHK und ZDH sowie einer großen Zahl an Fachverbänden – Unternehmen dabei unterstützen, sich eigenverantwortlich zusammenzuschließen, um Energie effizienter zu nutzen. Bis 2020 sollen bis zu 500 branchenübergreifende oder -spezifische Netzwerke aus je mindestens fünf, maximal 15 Unternehmen entstehen. Ein solches Energieeffizienz-Netzwerk wird von einem Netzwerkträger initiiert und koordiniert. Auch hier gilt es, einheitliche Mindestanforderungen zu erfüllen, beispielsweise ein Energieaudit von einem Energieberater für alle Unternehmen eines Netzwerks durchführen zu lassen. Jährlich geplante Monitorings sollen ab dem Frühjahr 2016 erfolgen und dokumentieren die bereits vorhandenen Arbeiten und die durch sie erzielten Effizienzsteigerungen. Vertiefende Infos gibt es hier.
Netzwerke sollen dazu beitragen, die deutschen und europäischen Klimaschutzziele zu erreichen.

 
 
Bettina Gehbauer-Schumacher

Bettina Gehbauer-Schumacher

1973 in Darmstadt geboren. Architekturstudium an der TU Darmstadt, Diplom 2001. Berufsbegleitendes Fernstudium PR+plus, 2004 Abschluss als PR-Beraterin (DPRG). Ab 2001 kontinuierlich in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig, seit 2006 freie Journalistin, Autorin und Leiterin des Büros „Smart Skript – Fachkommunikation für Architektur und Energie“: Konzepte, Redaktion, Veranstaltungen.

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