Um die gesetzlichen Standards des energieoptimierten Bauens in die Praxis zu tragen, gibt es höhere Bundesförderungen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). So sollen vorhandene Energieeinsparpotentiale gehoben und entsprechende Maßnahmen implementiert werden. Denn die sparsame Energieverwendung in Unternehmen leistet einen wesentlichen Beitrag zur Energiesicherheit, zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit in Deutschland.

Energieeffizienz über BAFA

Das BAFA bietet kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit dem Programm „Energieberatung im Mittelstand“ finanzielle Unterstützung. Die Energieberatung soll dabei wirtschaftlich sinnvolle Energieeffizienzpotentiale bei Gebäuden, Anlagentechnik und Nutzerverhalten aufzeigen. Die geförderten Beratungen sind Energieaudits im Sinne der EU-Energieeffizienzrichtlinie. Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten über 10.000 Euro beträgt die Zuwendung 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, maximal 8.000 Euro. Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten bis zu 10.000 Euro beträgt die Zuwendung höchstens 800 Euro. Antragsberechtigt sind KMU der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Dienstleistungsgewerbes sowie Angehörige der Freien Berufe mit Sitz und Geschäftsbetrieb in Deutschland. Nicht antragsberechtigt sind Unternehmen, denen beispielsweise eine Entlastung im Rahmen des Spitzenausgleichs gewährt wird.

Darüber hinaus bietet das BAFA für Gewerbe und Industrie Förderungen zu weiteren Themen an: Energieaudits, Energiemanagementsysteme, Heizen mit erneuerbaren Energien, Klima-/Kälteanlagen, Kraft-Wärme-Kopplung sowie Querschnittstechnologien. Nähere Informationen gibt es hier.

Energieeffizienz über KfW

Die KfW Bankengruppe fördert ab dem 1. Juli 2015 erstmals die energetische Sanierung und den energieeffizienten Neubau von Nichtwohngebäuden: KfW-Energieeffizienzprogramm – Energieeffizient Bauen und Sanieren (276, 277, 278 – Energiekosten im Gewerbegebäude senken). Dabei gilt grundsätzlich: Je besser die Energieeffizienz, desto mehr Förderung kann es in Form von günstigen Zinssätzen und bis zu 17,5 Prozent Tilgungszuschuss geben. Das Programm richtet sich an Unternehmen und Freiberufler – ohne Beschränkungen durch die Umsatzgröße. Ziel ist, Energie einzusparen und den CO2-Ausstoß zu vermindern. Förderfähig ist das Errichten/Sanieren zum KfW-Effizienzhaus 55/70, KfW-Effizienzhaus 100 und KfW-Effizienzhaus Denkmal. Zudem werden Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz unterstützt, beispielsweise eine verbesserte Wärmedämmung oder die Nutzung von Abwärme.

Das KfW-Energieeffizienzprogramm – Produktionsanlagen/-prozesse (292, 293 – Kredit) hilft wiederum, Energiekosten im laufenden Betrieb einzusparen. Es bietet günstige Zinssätze und lange Laufzeiten. Es fördert Energieeffizienz-Maßnahmen bis 25 Millionen Euro pro Vorhaben im In- und Ausland. Diese müssen gemessen am Durchschnittsverbrauch der letzten drei Jahre zu Energieeinsparung von mindestens zehn Prozent führen. Sie umfassen zum Beispiel elektrische Antriebe und Pumpen. Das Programm richtet sich an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden, Contracting-Geber, die Energie-Dienstleistungen erbringen, sowie an Freiberuflich Tätige.

Nähere Informationen zu beiden vorgestellten KfW-Förderungen gibt es hier.

 
 
Bettina Gehbauer-Schumacher

Bettina Gehbauer-Schumacher

1973 in Darmstadt geboren. Architekturstudium an der TU Darmstadt, Diplom 2001. Berufsbegleitendes Fernstudium PR+plus, 2004 Abschluss als PR-Beraterin (DPRG). Ab 2001 kontinuierlich in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig, seit 2006 freie Journalistin, Autorin und Leiterin des Büros „Smart Skript – Fachkommunikation für Architektur und Energie“: Konzepte, Redaktion, Veranstaltungen.

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