Symbolfoto zur Prüfung von IT-Ausgaben und Steuerung der IT-Beschaffung in der Bundesverwaltung
News

IT-Ausgaben unter Zustimmungsvorbehalt – Aufbau eines zentralen IT-Einkaufs läuft

Damit die Bundesverwaltung Mittel für die Digitalisierung effektiv und effizient verwendet, greift seit 2025 der IT-Zustimmungsvorbehalt des Bundesdigitalministeriums. Erste Auswertungen zeigen eine umfassende Prüfung von über 4.000 IT-Vorhaben. Parallel dazu läuft die Gründung einer eigenständigen zentralen IT-Einkauforganisation.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick

  • Breiter Prüfauftrag:
    Das Bundesdigitalministerium prüft wesentliche IT-Vorhaben der unmittelbaren Bundesverwaltung (ausgenommen Verteidigung, Sicherheit und Steuerverwaltung).
  • Milliardenvolumen geprüft:
    Von über 4.000 gemeldeten IT-Projekten wurden bei Vorhaben im Wert von rund 800 Millionen Euro Anträge abgelehnt, Auflagen erteilt oder Hinweise gegeben.
  • Neustrukturierung:
    Die Aufgaben der Zentralstelle IT-Beschaffung (ZIB) werden in eine eigenständige IT-Einkauforganisation überführt.
  • Umfang:
    Die neue Stelle übernimmt die strategische Steuerung von rund 270 IT-Rahmenverträgen.

Wie der IT-Zustimmungsvorbehalt der Bundesverwaltung funktioniert

Um Fehlinvestitionen zu vermeiden und Synergien bei der Digitalisierung der Verwaltung zu heben, wurde dem Bundesdigitalministerium (BMDS) im Jahr 2025 ein allgemeiner IT-Zustimmungsvorbehalt eingeräumt.

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage hervorgeht (Drucksache 21/7989), erstreckt sich die Prüfung bereits auf die geplanten IT-Ausgaben im Bundeshaushalt 2027. Ziel ist die Vereinheitlichung und wirtschaftliche Steuerung der staatlichen IT-Beschaffung.

800 Millionen Euro an IT-Projekten nachgesteuert

Die Bilanz der Prüfungen zeigt die direkte Wirkung des Instrumentariums:

  • Projektzahl: Mehr als 4.000 IT-Vorhaben wurden bislang an das Digitalministerium gemeldet.
  • Steuerungseingriffe: Bei Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von ca. 800 Millionen Euro schritt das Ministerium ein – durch Projektablehnungen, konkrete Auflagen oder verbindliche Handlungshinweise.

Aufbau einer eigenständigen IT-Einkauforganisation

Um den IT-Einkauf des Bundes nicht nur zu prüfen, sondern auch strategisch zu bündeln, wird die bisherige Struktur umgebaut:

  1. Ausgliederung aus dem Beschaffungsamt: Die Aufgaben der bisherigen Zentralstelle IT-Beschaffung (ZIB) im Beschaffungsamt des Innenministeriums werden herausgelöst.
  2. Eigenständige Organisation: Die Arbeiten zur Gründung der neuen IT-Einkauforganisation laufen seit Anfang 2026.
  3. Bündelung von Rahmenverträgen: Die Stelle steuert künftig zentral ca. 270 IT-Rahmenverträge für die gesamte Bundesverwaltung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der IT-Zustimmungsvorbehalt des Bundes?

Der IT-Zustimmungsvorbehalt verpflichtet Ressorts der unmittelbaren Bundesverwaltung, wesentliche IT-Beschaffungsvorhaben vor Mittelfreigabe dem Bundesdigitalministerium zur Prüfung und Genehmigung vorzulegen.

Welche Ausnahmen gelten beim IT-Zustimmungsvorbehalt?

Ausgenommen von der Prüfungspflicht durch das Digitalministerium sind IT-Anschaffungen aus den Bereichen Verteidigung, innere und äußere Sicherheit sowie der Steuerverwaltung.

Was passiert mit der Zentralstelle IT-Beschaffung (ZIB)?

Die Aufgaben der ZIB werden aus dem Beschaffungsamt des Innenministeriums ausgegliedert und in eine seit Anfang 2026 im Aufbau befindliche, eigenständige IT-Einkauforganisation überführt.

Wie viele Rahmenverträge betrifft die Bündelung im IT-Einkauf?

Die neue zentrale IT-Einkauforganisation übernimmt federführend die Steuerung und Abwicklung von rund 270 IT-Rahmenverträgen des Bundes.

Quellen:

Wissen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

13.10.2026 | News

Industrieverband nimmt Stellung zum Entwurf des EU-Public-Procurement-Act

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßt die neue Stoßrichtung in der öffentlichen Beschaffung der EU. Er mahnt jedoch Praktikabilität an und warnt vor bürokratischen Belastungen.
Mehr erfahren
13.10.2026 | News

IT-Ausgaben unter Zustimmungsvorbehalt – Aufbau eines zentralen IT-Einkaufs läuft

Damit die Bundesverwaltung Mittel für die Digitalisierung effektiv und effizient verwendet, hat das Bundesdigitalministerium im Jahr 2025 einen IT-Zustimmungsvorbehalt bekommen. Wie hat es ihn genutzt?
Mehr erfahren
13.10.2026 | News

Direktvergaben müssen gut begründet werden

Jüngere Entscheidungen von Vergabekammern und Gerichten setzen Direktvergaben enge Grenzen. Eine belastbare Marktanalyse muss vorausgegangen sein, damit die Vergabe nicht anfechtbar ist.
Mehr erfahren
13.10.2026 | News

BDI dringt bei UVgO-Novelle auf Angleichung der länderspezifischen Vorschriften

Die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) soll deutlich verschlankt werden. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßt dieses Ziel, findet aber auch mahnende Worte.
Mehr erfahren
12.10.2026 | News

Regelungen zur Anwendung des Bundestariftreuegesetzes auf dem Weg

Am 1. Mai ist das Bundestariftreuegesetz (BTTG) in Kraft getreten. Nun geht es noch darum, die Durchführung zu regeln – dazu hat das Bundesarbeitsministerium drei Verordnungsentwürfe veröffentlicht.
Mehr erfahren
30.09.2026 | News

Bitkom bezieht Stellung zum Entwurf einer neuen UVgO

Der Digitalverband Bitkom hat zum Entwurf der neuen Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) Stellung genommen. Er begrüßt vieles, sieht aber insbesondere Inhouse-Konstrukte kritisch.
Mehr erfahren
30.09.2026 | News

EU stellt Public Procurement Act vor

Pläne über das modernisierte Vergaberecht in der EU waren jüngst schon durchgesickert, jetzt hat die Kommission sie offiziell veröffentlicht. Aus mehreren Richtlinien soll eine Verordnung werden.
Mehr erfahren
30.09.2026 | News

Neue Tarifverpflichtungen bei öffentlichen Aufträgen auf Länderebene in Arbeit

Tariftreuepflichten bei der Vergabe öffentlicher Aufträge gewinnen zunehmend an Bedeutung. Nach dem Bund sind es jetzt die Länder NRW und Rheinland-Pfalz, die noch mehr gegen Lohndumping tun wollen.
Mehr erfahren
30.09.2026 | News

Best-Bieter-Prinzip gilt jetzt in Brandenburg für Land und Kommunen

Die neue Regierung in Brandenburg macht Ernst mit dem Bürokratieabbau und führt das Best-Bieter-Prinzip ein. Die Pläne waren bereits in der alten Koalition mit dem BSW verfolgt worden.
Mehr erfahren
27.08.2026 | News

EU-Vergabeverordnung: Plant Brüssel die Reform durch Verordnung?

Verordnung statt Richtlinien: Mit dem EU-Public-Procurement-Act plant Brüssel eine grundlegende Reform des Vergaberechts mit starker Lenkungswirkung.
Mehr erfahren
Zum Wissensbereich