Anlass der Untersuchung, über die die Deutsche Apotheker Zeitung berichtet, war ein Lieferengpass von Antibiotika in norwegischen Krankenhäusern, nachdem bei einem chinesischen Wirkstoffhersteller 2016 ein Feuer ausgebrochen war.
Bis dahin war der Preis mit 40 Prozent das wichtigste Entscheidungskriterium für den Einkauf gewesen. Nach dem Vorfall überprüfte Norwegen den Beschaffungsprozess und probierte ab 2019 eine andere Matrix als Entscheidungsgrundlage aus. Neu hinzu kam das Kriterium „Umwelt“ mit einer Gewichtung von 30 Prozent. Dort wurde fortan beispielsweise bewertet, ob das Bieterunternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt oder ein Abfallmanagement eingerichtet hat. Der Preis hatte nur noch zu 25 Prozent Einfluss.
Es zeigte sich, dass die Hersteller aufgeschlossen reagierten und die Lieferantenbasis konstant blieb. Lieferengpässe verringerten sich (16 versus 27 Prozent), und die Dauer der Probleme war mit 82 Tagen (versus 145 Tage) deutlich geringer.
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