Die Europäische Kommission hat den Bericht zur öffentlichen Konsultation über die Vereinfachung und Modernisierung der EU-Vergaberegeln vorgelegt. Insgesamt beteiligten sich 1.037 Teilnehmer an der Umfrage, wobei etwa 50 % primär aus der Wirtschaft stammten. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Wunsch nach mehr Flexibilität, administrativen Erleichterungen und der Förderung eines europäischen digitalen Beschaffungsmarktplatzes. Diese Rückmeldungen bilden die Basis für kommende Legislativvorschläge auf EU-Ebene.
Kernforderungen: Flexibilität und Fehlerkorrektur
Die Teilnehmer der Konsultation identifizierten deutliche Hürden im aktuellen Prozess. Besonders im Fokus standen:
- Prozessuale Erleichterungen: Die Forderung nach flexibleren Abläufen, um den bürokratischen Aufwand zu senken.
- Nachbesserungsoptionen: Ein Großteil der Befragten wünscht sich die Möglichkeit, Dokumente noch während eines laufenden Verfahrens korrigieren zu können.
- Digitalisierung: 65 % der Antwortenden sprachen sich für die Einführung eines gemeinsamen europäischen digitalen Beschaffungsmarktplatzes aus.
Priorisierung europäischer Produkte (“Buy European”)
Ein bemerkenswertes Ergebnis betrifft den Schutz des Binnenmarktes: Über 80 % der Rückmeldungen (exklusive Teilnehmer außerhalb der EU) plädierten dafür, europäische Produkte und Dienstleistungen bei öffentlichen Ausschreibungen zu bevorzugen. Dies signalisiert einen starken Rückhalt für eine resilientere und souveränere EU-Beschaffungsstrategie.
Beteiligungsstruktur der Konsultation
Die Stimmen verteilten sich über verschiedene Interessengruppen:
- Wirtschaft: ca. 50 %
- Öffentliche Stellen: 13 %
- Gewerkschaften: 11 %
- NGOs: 10 %
FAQ
Was ist das Ziel der EU-Vergaberechts-Konsultation?
Die Konsultation dient dazu, Schwachstellen im aktuellen EU-Vergaberecht zu identifizieren und Vorschläge für eine Modernisierung und Vereinfachung zu sammeln, um die Grundlage für neue Gesetzesentwürfe zu schaffen.
Wünschen sich Unternehmen Änderungen bei EU-Ausschreibungen?
Ja, insbesondere fordern Unternehmen mehr Flexibilität und die Möglichkeit zur Korrektur von Dokumenten während des Verfahrens, um unnötige Ausschlüsse zu vermeiden.
Soll es einen EU-weiten Marktplatz für die Beschaffung geben?
Laut dem Kommissionsbericht unterstützen 65 % der Teilnehmer die Idee eines gemeinsamen digitalen europäischen Beschaffungsmarktplatzes zur Bündelung von Kapazitäten.
Quellen:

