Infografik zur BDI-Stellungnahme bezüglich der UVgO-Novelle und Länder-Harmonisierung.
News

BDI dringt bei UVgO-Novelle auf Angleichung der länderspezifischen Vorschriften

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat eine offizielle Stellungnahme zum Entwurf der neuen Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) vorgelegt. Der Verband begrüßt die drastische Verschlankung der Verordnung von 54 auf 24 Paragrafen sowie das Ziel, Vergabeverfahren zu beschleunigen und zu standardisieren. Gleichzeitig warnt der BDI jedoch davor, dass Schnelligkeit nicht auf Kosten von Transparenz, Gleichbehandlung und dem Mittelstandsschutz gehen darf. Zudem fordert der BDI nachdrücklich eine bundesweite Angleichung der länderspezifischen Regelungen, um Rechtsunsicherheiten und bürokratischen Mehraufwand für Unternehmen zu vermeiden.

Die Kernpunkte der BDI-Stellungnahme im Überblick

  • Paragrafenreduktion erfordert Standardisierung: Die geplante Kürzung von 54 auf 24 Paragrafen ist aus Sicht des BDI ein positiver Schritt, bedeutet für sich genommen aber noch keine Vereinfachung. Eine echte Beschleunigung entsteht erst durch die konsequente Standardisierung der Verfahrensentscheidungen.
  • Wettbewerbs- und Mittelstandsschutz: Verfahrensvereinfachungen dürfen grundlegende Vergabeprinzipien wie Gleichbehandlung und Transparenz nicht aushebeln. Für Start-ups und kleine sowie mittlere Unternehmen (KMU) muss der Marktzugang praxistauglich erhalten bleiben.
  • Harmonisierung der Landesvorschriften: Abweichende Modifikationen in den einzelnen Bundesländern stellen für überregional agierende Bieter eine erhebliche Hürde dar. Eine bundesweit einheitliche Umsetzung der UVgO ist essenziell, um Rechtssicherheit zu schaffen und Teilnahmebarrieren abzubauen.

Praxistipp

Länderspezifische Sonderregelungen beachten: Solange die Bundesländer eigenständige Modifikationen und Wertgrenzen bei der Anwendung der UVgO beibehalten, sollten überregional tätige Unternehmen die jeweils geltenden Landesbestimmungen vor Angebotsabgabe sorgfältig prüfen, um formelle Fehler zu vermeiden.

Ausblick

Die Positionierung des BDI unterstreicht, dass eine reine Kürzung des Gesetzestextes ohne praktische Standardisierung und länderspezifische Harmonisierung ihr Ziel verfehlen könnte. Der Erfolg der UVgO-Reform hängt maßgeblich davon ab, ob Bund und Länder künftig an einem Strang ziehen.

FAQ

Wie bewertet der BDI die Kürzung der UVgO-Paragrafen?
Der BDI begrüßt die Verschlankung von 54 auf 24 Paragrafen grundsätzlich, betont jedoch, dass eine echte Entlastung und Beschleunigung erst durch die Standardisierung von Verfahrensprozessen erreicht wird.

Was fordert der BDI in Bezug auf den Wettbewerb?
Schnelligkeit und Vereinfachung dürfen nicht zulasten von Gleichbehandlung und Transparenz gehen. Der BDI verlangt, dass der Marktzugang für den Mittelstand und Start-ups weiterhin geschützt bleibt.

Warum dringt der BDI auf eine Angleichung der Landesvorschriften?
Unterschiedliche länderspezifische Ausprägungen der UVgO erzeugen bürokratischen Mehraufwand für Unternehmen. Eine bundesweit harmonisierte Anwendung erhöht die Rechtssicherheit und erleichtert die Teilnahme an Ausschreibungen.

📚 Quellen

Wissen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

13.10.2026 | News

IT-Ausgaben unter Zustimmungsvorbehalt – Aufbau eines zentralen IT-Einkaufs läuft

Damit die Bundesverwaltung Mittel für die Digitalisierung effektiv und effizient verwendet, hat das Bundesdigitalministerium im Jahr 2025 einen IT-Zustimmungsvorbehalt bekommen. Wie hat es ihn genutzt?
Mehr erfahren
13.10.2026 | News

Direktvergaben müssen gut begründet werden

Jüngere Entscheidungen von Vergabekammern und Gerichten setzen Direktvergaben enge Grenzen. Eine belastbare Marktanalyse muss vorausgegangen sein, damit die Vergabe nicht anfechtbar ist.
Mehr erfahren
13.10.2026 | News

BDI dringt bei UVgO-Novelle auf Angleichung der länderspezifischen Vorschriften

Die Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) soll deutlich verschlankt werden. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßt dieses Ziel, findet aber auch mahnende Worte.
Mehr erfahren
12.10.2026 | News

Regelungen zur Anwendung des Bundestariftreuegesetzes auf dem Weg

Am 1. Mai ist das Bundestariftreuegesetz (BTTG) in Kraft getreten. Nun geht es noch darum, die Durchführung zu regeln – dazu hat das Bundesarbeitsministerium drei Verordnungsentwürfe veröffentlicht.
Mehr erfahren
30.09.2026 | News

Bitkom bezieht Stellung zum Entwurf einer neuen UVgO

Der Digitalverband Bitkom hat zum Entwurf der neuen Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) Stellung genommen. Er begrüßt vieles, sieht aber insbesondere Inhouse-Konstrukte kritisch.
Mehr erfahren
30.09.2026 | News

EU stellt Public Procurement Act vor

Pläne über das modernisierte Vergaberecht in der EU waren jüngst schon durchgesickert, jetzt hat die Kommission sie offiziell veröffentlicht. Aus mehreren Richtlinien soll eine Verordnung werden.
Mehr erfahren
30.09.2026 | News

Neue Tarifverpflichtungen bei öffentlichen Aufträgen auf Länderebene in Arbeit

Tariftreuepflichten bei der Vergabe öffentlicher Aufträge gewinnen zunehmend an Bedeutung. Nach dem Bund sind es jetzt die Länder NRW und Rheinland-Pfalz, die noch mehr gegen Lohndumping tun wollen.
Mehr erfahren
30.09.2026 | News

Best-Bieter-Prinzip gilt jetzt in Brandenburg für Land und Kommunen

Die neue Regierung in Brandenburg macht Ernst mit dem Bürokratieabbau und führt das Best-Bieter-Prinzip ein. Die Pläne waren bereits in der alten Koalition mit dem BSW verfolgt worden.
Mehr erfahren
27.08.2026 | News

EU-Vergabeverordnung: Plant Brüssel die Reform durch Verordnung?

Verordnung statt Richtlinien: Mit dem EU-Public-Procurement-Act plant Brüssel eine grundlegende Reform des Vergaberechts mit starker Lenkungswirkung.
Mehr erfahren
26.08.2026 | News

Nationaler Aktionsplan zur Förderung von Tarifverhandlungen für die EU

Wie in der EU-Mindestlohn-Richtlinie gefordert, hat Deutschland jetzt einen „Nationalen Aktionsplan zur Förderung von Tarifverhandlungen“ verabschiedet. Er beinhaltet Maßnahmen, die teils schon in Kraft sind.
Mehr erfahren
Zum Wissensbereich