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19.11.2013, Deutschland

Deutsche Meister in Bauberufen stehen fest

Vom 9. bis 11. November wurden in Biberach in sieben Gewerken die deutschen Meister am Bau ausgezeichnet.

Im 62. Bundesleistungswettbewerb in den Bauberufen traten insgesamt 60 Gesellen in sieben Gewerken gegeneinander an. Vor Ort waren die jeweiligen Landesmeister der Zimmerer, Maurer, Stuckateure, Straßenbauer, Beton—und Stahlbetonbauer, Fliesen- und Mosaikleger sowie Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer mit besonders kniffligen Aufgaben befasst. Pro Gewerk bewertete eine dreiköpfige Jury die Arbeiten der Gesellen. Neben einem Platz auf dem Siegertreppchen hatten die Nachwuchshandwerker auch die Chance einen Platz in der Nationalmannschaft zu ergattern, um bei den EuroSkills 2014 in Lille oder an den WorldSkills 2015 im brasilianischen Sao Paulo für Deutschland zu starten. Am Montagabend standen dann die Träger der Bronze-, Silber- und Goldmedaillen fest. Insgesamt wurden 28 Medaillen vergeben. Die bayrischen Handwerker waren mit drei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille die Spitzenreiter, gefolgt von Niedersachsen mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Auf dem dritten Platz landete das Bundesland Baden-Württemberg. Insgesamt gingen zwei Gold- sowie eine Silber- und eine Bronzemedaille an Handwerker aus dem Ländle. Eine Woche zuvor traten die Brunnenbauer in Bad Zwischenhahn im Kampf um den deutschen Meistertitel gegeneinander an.

Die Aufgaben in den Gewerken

In dem dreitägigen Wettbewerb wurden die Zimmerer vor die Aufgabe gestellt, ein Zeltdach mit ungleicher Dachneigung sowie mit geneigter Spitzhaube zu erstellen. Ein Trockenbaukasten mit Lichtelement und klassischer Stuckarbeit war die Aufgabe der sieben Stuckateure. Die Maurer stellten einen Bagger im Mauerwerk plastisch dar, versahen ein kleines Mauerwerk mit Deutschlandflagge sowie der Jahreszahl 13 und verbanden anschließend beide Mauerwerke mit einer Ausrundung, auf der das Wappen der Stadt Biberach prangte. Nur einen Tag Zeit hatten die Beton- und Stahlbetonbauer, um eine Tür und ein achteckiges Fenster an einer bestehenden Wand auszusparen. Auch nur einen Tag blieb den neun Straßenbauern, um ein Stück Gehweg, das zu beiden Seiten abfällig war, mit verschiedenen Pflasterarten zu legen, etwa in Schuppenform. Die neun Fliesen- und Mosaikleger waren zwei Tage mit dem Thema „Eisenbahn“ zu Gange. Durch verschiedene runde und diagonale Schnitte entstand auf den Böden vor den Gesellen das Bild einer Eisenbahn. Den Porenbetonstein mit Dünnbettmörtel mussten die Teilnehmer selbst anfertigen. Das Wasserrohr einer vermeintlichen Heizungsanlage musste gegen Wärmeverlust und zur Vermeidung von Schwitzwasser von den Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolieren präpariert werden.

Meisterschaft in Gefahr?

Derzeit werden in Deutschland etwa 35.000 junge Menschen im Bauhandwerk ausgebildet, allein 80 Prozent davon erlernen einen Handwerksberuf. Die Ausbildung ist auf ein duales System ausgelegt, bei dem die Azubis neben ihrer praktischen Lernphase im Unternehmen auch in der Schule in die Techniken ihres zukünftigen Berufs unterwiesen werden. Die Ausbildung im Unternehmen übernimmt der Meister. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe sieht daher eine Gefahr in der Abschaffung des Meisterpflicht: „Wer die Meisterpflicht abschafft, schafft die Grundlage jeglicher Ausbildung ab. Langfristig werden qualifizierte Meister fehlen, die eine praxisorientierte Ausbildung vermitteln können.“

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