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26.06.2018, Deutschland

Breitbandausbau kommt nur langsam voran

Voraussetzung für die Teilnahme an einer eVergabe ist eine funktionierende Übertragung. Im Breitbandatlas für Deutschland lässt sich nachsehen, wie gut es darum in welcher Region bestellt ist.

Ab dem 19. Oktober 2018 müssen Auftraggeber den Bereich der EU-weiten Ausschreibungen endgültig auf die eVergabe umgestellt haben. Was eigentlich deutlich weniger Aufwand verspricht, könnte für Unternehmen in strukturschwachen Gebieten ein handfester Nachteil sein. Denn: Wer sich beteiligen will, ist auf eine schnelle und störungsfreie Übertragung der Ausschreibungsunterlagen angewiesen. Doch mancherorts kommt der Breitbandausbau einfach nicht hinterher.

Tatsächlich haben die Kommunen bislang nur einen Bruchteil der zur Verfügung stehenden Fördergelder von vier Milliarden Euro allein von Seiten des Bundes abgerufen. Begründet wird das zum Beispiel mit dem komplizierten Antragsprozess. Aus Mecklenburg-Vorpommern heißt es etwa, dass die Kommunen eine externe Beratung hinzuziehen müssten, um die Anträge zu bewältigen.

Der Wille ist da

Die Bundesländer betonen jedoch den Willen und die Notwendigkeit, schnell voranzukommen. So hat Sachsen einen Koordinierungsausschuss für Breitbandausbau gegründet, um den Ausbau des schnellen Internets besser zwischen den Kommunen, Landkreisen und dem Land abstimmen zu können. Ziel des Landes ist es, Kommunen bis 2025 flächendeckend mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 100 Megabit pro Sekunde auszustatten.

In Thüringen hat das Wirtschaftsministerium unlängst Pläne für eine Netzstrategie vorgestellt, mit der bis 2025 Glasfaser bis vor die Haustür geholt werden soll. Zunächst sollen Unternehmen und Gewerbeareale, dann Bildungs- und Verwaltungsgebäude versorgt werden. Unternehmen, die sofort schnelles Internet brauchen, sollen eine Förderung bekommen, wenn sie den Anschluss in die eigene Hand nehmen.

Der Breitbandatlas sorgt für Klarheit

Der Stand der Umsetzung für ganz Deutschland lässt sich anschaulich im Breitbandatlas des Bundesverkehrsministeriums ablesen. Bis auf die kommunale Ebene hinuntergebrochen, ist hier ersichtlich, wie gut die Fläche mit schnellem Internet versorgt ist. Deutlich zeigt sich bei der privaten Breitbandverfügbarkeit: In fast allen Regionen Ostdeutschlands hängt die Versorgung deutlich hinterher. Auch an der Nordseeküste und anderen Grenzregionen ist das der Fall. Am besten steht laut Breitbandatlas die Stadt Hamburg da.

Die interaktive Karte der Gewerbestandorte lässt zudem erkennen, dass die Situation in den Ballungsgebieten deutlich besser ist als im ländlichen Bereich.

Quelle:

  • Bundesverkehrsministerium (Breitbandatlas)
  • Deutsche Presse-Agentur (mehrere Artikel zur Situation in verschiedenen Bundesländern)

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