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22.03.2013, Deutschland

Großprojekte besser planbar

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat eine Kommission gegründet, die eine Handlungsempfehlung für Großprojekte erstellen soll.

Viele öffentliche und private Bauprojekte beschwören den Unmut der Bevölkerung herauf, da sie oftmals viel teuer werden als ursprünglich geplant und die zu Beginn festgesetzten Termine nicht eingehalten werden können. Aus diesem Grund rief Bundesminister Peter Ramsauer eine Expertenkommission ins Leben, die die Ursachen der Bauprobleme analysieren soll. „Wir wollen Lehren aus den Fehlern bei aktuellen, politisch geerbten Großprojekten ziehen und Leitlinien für künftige Großprojekte aufstellen. Die Kommission wird sich mit dem gesamten Bauprozess von Großprojekten befassen – von der ersten Projektidee bis zur Inbetriebnahme. Nach dem Motto: Erst planen und kalkulieren, dann bauen!“, so der Minister. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in einem Handbuch festgehalten werden, das sowohl öffentlichen, als auch privaten Bauherren von Großprojekten sowie allen Beteiligten als Handlungsempfehlung dienen soll. Mit diesem Handbuch soll eine Kostentransparenz, eine Kosten- und eine Termineinhaltung möglich sein. Die Arbeit der Kommission, die sich aus Experten aus Praxis und Spitzenkräften der Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden zusammensetzt, ist auf ein bis zwei Jahre festgelegt und soll sich mit folgenden Aspekten auseinandersetzen:

  • Planungen für Großprojekte müssen in der Frühphase vertieft werden. Die Kostenentwicklung von der Entwurfs- über die Ausführungsplanung bis zur Abnahme muss antizipiert und abgebildet werden. Kosten- und Zeitpläne müssen mit angemessenen Risikopuffern versehen, Kostenrisiken eingerechnet werden.
  • Die Kommission muss prüfen, inwieweit bei Großprojekten Bonus-/Malus-Regelungen für eine pünktliche Fertigstellung möglich sind – ähnlich wie im Straßenbau, z. B. bei der Sanierung der A 115 (AVUS). Wichtig sind darüber hinaus klare Verantwortlichkeiten und Haftungsregelungen für Kosten Qualität und Termine.
  • Wenn es notwendig ist, Vorschriften zu ändern, sollte dies von der Kommission angestoßen werden. So darfes z. B. beim Vergaberecht keine Denkverbote geben. Denn: Das billigste Angebot ist nicht immer das beste Angebot. Es kann sogar am Ende das teuerste sein.
  • Die Kooperation der Beteiligten muss verbessert werden. Benötigt wird eine neue Kultur des Miteinanders,die Bauherren, Planer, Unternehmen, aber auch Politik und die Bürgerinnen und Bürger einbezieht.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

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