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12.07.2016, Deutschland

Schwierige Nachfolgeregelung

Vielen mittelständischen Firmen fehlt eine klare Regelung für die Nachfolge an der Spitze. Mögliche externe Kandidaten werden knapp.

Deutschlands Mittelständlern geht der Nachwuchs für die Unternehmensführung aus. Zwar planen etwa 620.000 Firmen bis 2018 einen Wechsel auf dem Chefposten oder einen Verkauf, wie eine Studie der KfW Bankengruppe ergab. Das sei jeder sechste Mittelständler bundesweit. Doch die Zahl derjenigen, die ein bestehendes Unternehmen weiterführen wollen, sinke seit Jahren: Gab es 2002 noch etwa 200.000 sogenannte Übernahmegründer, waren es im vergangenen Jahr nur noch 62.000.

Die Förderbank warnt vor einem zunehmenden Engpass. „Die Alterung erhöht Jahr für Jahr die Zahl der Unternehmen, die zur Übergabe anstehen. Die jüngeren Generationen sind aber zu dünn besetzt, weshalb die Nachfolger fehlen“, erklärte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. „Vor allem die Babyboomer werden in den kommenden 20 Jahren eine Lücke auf den mittelständischen Chefetagen hinterlassen.“

Frühzeitige Planung ist das A und O

Ein weiteres Problem nach Einschätzung der KfW: Viele Mittelständler machten sich „erheblich zu spät“ Gedanken über das Thema Nachfolge oder unterschätzten den Zeitbedarf bei der Übergabe der Geschäftsleitung. Etwa ein Drittel der Unternehmer, die binnen drei Jahren ihre Firma an einen Nachfolger übergeben wollen, hat der Studie zufolge bislang nichts oder nur wenig in dieser Richtung unternommen. Für sie drohe die Zeit knapp zu werden, mahnt die KfW.

Die Studie basiert auf Daten des KfW-Mittelstandspanels, das die Förderbank seit 2003 regelmäßig erhebt. Dafür werden jährlich bis zu 15.000 Mittelständler repräsentativ befragt. Ergänzend wurden gemeinsam mit Creditreform Informationen zum Thema Unternehmensnachfolge erhoben. Dafür wurden 1.200 inhabergeführte Unternehmen mit höchstens 500 Beschäftigten und nicht mehr als 50 Mio. Euro Jahresumsatz befragt.

Mehr zum Thema Unternehmensnachfolge lesen Sie in unserem Blog.

Quelle: dpa

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