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22.05.2018, Deutschland

Kein Interesse an öffentlichen Aufträgen?

Zu wenig lukrativ, zu kompliziert – öffentliche Ausschreibungen scheinen in Zeiten einer brummenden Wirtschaft für viele ausführende Unternehmen nicht mehr attraktiv zu sein.

Oft würden sich wenige oder gar keine Firmen bei öffentlichen Ausschreibungen bewerben, wichtige städtische Bauvorhaben verzögerten sich – das berichtete kürzlich der WDR. Ohne dass konkrete Zahlen zu diesem Thema vorliegen, bestätigen verschiedene Organisationen diese Aussage.

„Das ist auch unsere Wahrnehmung“, sagt beispielsweise ein Sprecher des Deutschen Städtetages. Entsprechende Rückmeldungen kämen aus Städten und Kommunen. Eine Kausalität mit dem Vergaberecht hält der Sprecher jedoch für zu verkürzt. Die Ursache sieht er primär in der extremen Auslastung der Anbieter und weniger in vergaberechtlichen Vorgaben.

Auch Jens Christopher Ulrich ist das Phänomen der geringen Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen schon begegnet. „Nach dem, was ich aus den Betrieben höre, würde ich das bestätigen“, erklärt der Pressesprecher der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Die Ausschreibungen würden immer komplexer, sich zu beteiligen für die Unternehmen immer zeitaufwändiger.

Noch deutlicher wird Dr. Ilona Klein vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe: Die öffentliche Hand sei ein schlechter Zahler. Zwar bezahle sie die beauftragten Leistungen, das geschehe jedoch erst „irgendwann“. Wer sich als Unternehmer die Aufträge aussuchen könne, nehme lieber die aus der Privatwirtschaft.

Quelle: dpa; WDR; Telefonate mit Städtetag, Handwerkskammer München und Zentralverband Baugewerbe

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