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16.08.2013, Thüringen

Zukunftsperspektive des Thüringer Handwerks

In einer Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums des Landes wurde eine Potenzialanalyse für das Thüringer Handwerk vorgestellt.

Kürzlich stellte der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Maching gemeinsam mit dem Präsidenten der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein und dem Vizepräsidenten der Handwerkskammer Südthüringen, Klaus Hering, eine Potenzialanalyse für das Thüringer Handwerk vor. Rund 20.000 Handwerksbetriebe und ihre 134.000 Mitarbeiter im Freistaat wurden dafür genauer unter die Lupe genommen. Durchgeführt von dem Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk der Universität Göttingen zeigt die Studie, dass das Handwerk die Wirtschaft des Freistaates stark prägt. Mehr als elf Milliarden Euro erzielt diese Branche im Jahr an Umsatz.

Zahlen aus der Studie

Die Studie liefert handfeste Zahlen: 89,4 Handwerksbetriebe kommen in Thüringen auf 10.000 Einwohner. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 70,1 Unternehmen. Während in Thüringen 22,6 Prozent aller Unternehmen Handwerksbetriebe sind, errechnete das Institut im Schnitt für die alten Bundesländern 15,9 Prozent und für die neuen Bundesländern 22 Prozent. Zudem arbeiten in Thüringer Handwerksbetrieben durchschnittlich weniger Mitarbeiter (6,7) als im Bundesdurchschnitt (8,6). Im Jahr erzielen Thüringer Unternehmen im Schnitt einen Umsatz von 566.000 Euro, bundesweit sind es etwa 800.000 Euro. Im Vergleich zu anderen Bundesländer ist der Freistaat in der Mitte Deutschlands stark von öffentlichen Aufträgen abhängig. Der thüringische Absatzanteil mit öffentlichen Auftraggebern beträgt 19,7 Prozent, bundesweit liegt der Anteil mit 16,7 Prozent deutlich niedriger.

Zukunftsaussichten der Handwerksbetriebe

Durch die demografische und politische Entwicklung in Deutschland ermittelte das Institut in der Potenzialanalyse vier Zukunftsfelder, die Thüringer Unternehmen besondere Marktchancen versprechen: energetische Gebäudesanierung, erneuerbare Energien, Produkte und Leistungen im Kontext des demografischen Wandels (zum Beispiel: barrierefreies Bauen) sowie Lifestyle und ökologische Nachhaltigkeit.

Umsetzung in der künftigen Handwerkspolitik

Zudem entwickelte das Institut Handlungsempfehlungen für die Bereiche demografischer Wandel, Erschließung neuer Märkte, Nutzung der Chancen der Energiewende, Stärkung des ländlichen Raums und Verbesserung von Rahmenbedingungen. Wirtschaftsminister Maching wird nun mit allen Beteiligten die Analyse und die Handlungsempfehlungen prüfen und wenn möglich, in der zukünftigen Handwerkspolitik umsetzen. „Der Freistaat steht vor großen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel oder der Energiewende. Deshalb müssen die mittel- und langfristigen Entscheidungen gut vorbereitet sein. Die Potenzialanalyse liefert hierfür wichtige Informationen.“, sagte Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt.

Die Potenzialanalyse und die Handlungsempfehlungen können auf den Internetseiten des Freistaates eingesehen und heruntergeladen werden.

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