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08.01.2019, Deutschland

Mondpreise oder falsche Vorstellungen?

Wenn Ausschreibungen wieder aufgehoben werden, können zu hohe Angebote der Grund sein. Der Vorwurf an die Kommunen: Sie würden Kosten unrealistisch kalkulieren.

Der Verband der Bauwirtschaft Baden-Württemberg hat unlängst kommunale Auftraggeber kritisiert. Seinen Angaben zufolge heben Kommunen vermehrt Bauausschreibungen auf, weil sie sie zuvor nicht richtig vorbereitet haben. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) will diesen Vorwurf nicht gelten lassen. Stein des Anstoßes: das Geld.

Nach Angaben des Verbandes würden Ausschreibungen immer wieder auf der Grundlage unrealistischer Kostenschätzungen konzipiert. Wenn dann kein passendes Angebot komme, dürften die Ausschreibungen nicht einfach wieder aufgehoben werden.

„Aufhebungen nur punktuell“

Bernd Düsterdiek vom DStGB geht davon aus, dass es, wenn überhaupt, nur punktuell zu Aufhebungen kommt. Genaue Zahlen für das Bundesgebiet werden offenbar nicht erhoben. Die Kommunen konsultierten im Vorfeld einer Ausschreibung Experten und ermittelten ihre Preiserwartung auch auf Grundlage informeller Markterkundungen und Erfahrungen aus vergleichbaren Voraufträgen. Sie seien sehr wohl informiert. Der Bauwirtschaft wirft Düsterdiek vor, teils zu sehr an der Preisschraube zu drehen. „Auch wenn der Markt das hergibt, müssen die Kommunen ja keine Mondpreise zahlen“, sagt der Referatsleiter Städtebau/Vergaberecht. Er weist auch darauf hin, dass Unwirtschaftlichkeit einer der wenigen Gründe sei, aus denen eine Kommune eine Ausschreibung aufheben könne.

Dass es aktuell Preissteigerungen gibt, das bestreitet die Bauseite nicht. In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), dass die höheren Preise aus Angeboten größtenteils auf Veränderungen auf der Kostenseite zurückzuführen seien. Immerhin hätte sich beispielsweise der Preis für Betonstahl seit Januar 2016 um 50 Prozent erhöht.

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